Historisches
Die Evangelische Brückengemeinde Mülheim an der Ruhr ist seit dem Jahr 2026 eine Gemeinde. Sie ist aus dem Zusammenschluss der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde Mülheim und der Evangelischen Kirchengemeinde Broich‑Saarn hervorgegangen.
Mit der Gründung der Brückengemeinde haben sich zwei Gemeinden mit jeweils eigener Geschichte, gewachsenen Strukturen und vielfältigem Gemeindeleben bewusst auf den Weg gemacht, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam Kirche in Mülheim an der Ruhr zu gestalten. Der Zusammenschluss steht für Verbindung, gegenseitige Ergänzung und den Wunsch, auch unter veränderten Rahmenbedingungen lebendig, offen und zukunftsfähig Gemeinde zu sein.
Im Folgenden wird die Historie der beiden fusionierten Gemeinden dargestellt. Sie zeigt, wie die Vereinte Evangelische Kirchengemeinde Mülheim und die Evangelische Kirchengemeinde Broich-Saarn entstanden sind, welche prägenden Entwicklungen sie durchlaufen haben und wie ihr jeweiliges Profil das heutige Selbstverständnis der Brückengemeinde mitgeformt hat.
Geschichte Broich-Saarn
- 2011 schlossen sich die Evangelischen Kirchengemeinden Broich und Saarn zur Evangelischen Kirchengemeinde Broich-Saarn zusammen. Anlässlich des zehnjährigen Fusionsjubiläums entstand eine kleine Chronik über diese Zeit.
- Am 13. April 2019 jährte sich die Gründung der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn zum 175. Mal.
- Die Broicher Gemeinde blickt auf eine mehr als 130-jährige Geschichte zurück.
- Seit dem 1. Januar 2022 gehört die Theodor Fliedner Stiftung in Mülheim Selbeck zur Ev. Kirchengemeinde Broich-Saarn.
Ehemalige Kirchen
Die Kirche an der Calvinstraße in Broich
„Die zunehmende Besiedlung Oberbroichs hat das neue Gemeindezentrum notwendig gemacht. Es wird einer Gemeinde von etwa 10 000 Seelen dienen", sagte Pastor Ziegler der NRZ. Das alte Zentrum an der Wilhelminenstraße solle einerseits entlastet werden, andererseits werde deshalb gebaut, um in der Mitte der beiden Nachbarzentren, Christuskirche (Saarn) und Zentrum Speldorf-Süd, einen neuen Schwerpunkt zu bekommen. „Wir wandern der Gemeinde sozusagen nach", erklärte Pastor Ziegler. – So stand es am 16. Oktober 1963 in der Neuen Ruhr Zeitung.
Die Bauarbeiten an der Thusneldastraße – später hieß das Teilstück Calvinstraße – waren da in vollem Gange: Kirche, Gemeindehaus, Pfarrhaus, Küsterwohnung und Kindergarten standen im Rohbau. Schließlich übergab der Rheinische Präses Beckmann am Palmsonntag 1965 nach einer Planungs- und Bauphase von 13 Jahren das Gebäude der Gemeinde. Weitere drei Jahre dauerte es, bis die Orgel hinzukam, und das letzte der vier Kanzelbehänge wurde im Jahr 2000 angeschafft.
Drei Jahre später fasste das Broicher Presbyterium den Beschluss, den Gemeindestandort zum 31. Dezember 2005 aufzugeben. Drei Monate später war das Objekt verkauft. Kindergarten und Pfarrhaus blieben. Die Gründe für die Neukonzeption der Gemeindearbeit lagen im Rückgang der Mitgliederzahlen durch den demografischen Wandel und Kirchenaustritte, wodurch die Finanzierung des Standorts Calvinstraße zunehmend schwierig wurde. Die Räumlichkeiten an der Wilhelminenstraße – zeitweise ergänzt durch den „Treffpunkt Gemeinde“ in der Broicher Mitte – reichten für die Gemeindearbeit aus. Nach 40 Jahren war die „Calvinstraße“ Geschichte. Anlässlich der Schließung der Calvinstraße wurde eine Dokumentation herausgegeben.
Die Christuskirche in Saarn
1959 verkündete das damalige Saarner Presbyterium in einer Festschrift dankbar die Einweihung der Christuskirche. Saarn war zu einem stark bevölkerten Vorort Mülheims geworden, viele Bauernhöfe dem Bau von Wohnhäusern gewichen. Die neu entstandenen Siedlungen, in denen Alteingesessene und aus dem Osten Vertriebene ein neues Zuhause gefunden hatten und in guter Gemeinschaft zusammenlebten, fehlte die kirchliche Nahversorgung. So war zunächst das Gemeindehaus Lindenhof erbaut worden, auf dessen benachbartem Grünstück 1958 der Grundstein zum Bau der Kirche gelegt werden konnte. Ein reges Gemeindeleben füllte Kirche und Gemeindehaus über viele Jahrzehnte. Anlässlich des 50jährigen Bestehens, erschien 2009 eine weitere Festschrift. Aus finanziellen Gründen und vor dem Hintergrund stark rückläufiger Gemeindegliederzahlen entschied sich das Saarner Presbyterium schweren Herzens dazu, die Kirche am 31. Mai 2015 als Predigtstätte aufzugeben.
Geschichte VEK