Sanierung der Saarner Dorfkirche

Sanierung der Saarner Dorfkirche

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Sanierung der Saarner Dorfkirche

Sockel- und Fenstersanierung eines Baudenkmals 

Es ist unübersehbar und viele Menschen haben uns in der Vergangenheit darauf angesprochen. Am gesamten Sockel sind Ablösungen des Putzes festzustellen. Über die Abplatzungen und Risse dringen Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein. An der Straßenseite sind zudem Chloride aus Streusalz und Nitrate aus dem Unterboden zusätzlich für die sichtbaren Schäden an der Fassade verantwortlich. 

Ebenso müssen wir uns der bleiverglasten Fenster zur Straßenseite hin annehmen, hier zeigen sich neben tiefsitzendem Rost auch sonstige, witterungsbedingte Einflüsse, die der Struktur von Rahmen und Glaseinfassungen substanziell zugesetzt haben. Die Fenster müssen jetzt unter erheblichem Aufwand restauriert werden.

Für die Dauer der Instandsetzung an den Fenstern wird die Orgel in der Kirche zum Schutz staubdicht eingehüllt, um das Instrument auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Mit Beginn der Sommerferien starten die Sanierungsarbeiten, die eventuell noch eine kurze Zeit über die Ferien hinaus andauern werden. In dieser Zeit können in der Dorfkirche keine Gottesdienste stattfinden. 

Die umfangreichen Sockelarbeiten werden aber schon bald beginnen. Zunächst muss das Mauerwerk ringsherum freigelegt und gesäubert werden. Die Zeit der Mauerwerkstrocknung bis zum Sommer ist nötig, da der momentane, silikonbasierte Schlämmputz die aufsteigende Feuchtigkeit nicht diffundieren lässt, sondern diese im Mauerwerk speichert. 

Mit der heutigen Erfahrung nach rund zwei Jahrzehnten werden andere Produkte in Funktion und Ausführung zum Tragen kommen. Unter Leitung des Architekten Herrn Werntges haben wir für Sockel- und Fensterprojekt bereits 2023 Kontakt mit der Denkmalbehörde in Mülheim aufgenommen. Um den Schadensumfang bestimmen zu können, ließen wir auf behördliche Empfehlung ein ausführliches, denkmalkonformes Gutachten erstellen, welches die detaillierte Vorgehensweise bei der Sockelsanierung beschreibt. Zuerst vorgeschlagene Sand- und Trockeneisstrahlverfahren zur Freilegung des Sockelmauerwerks wurden unter anderem aus mauerwerksschädigenden und unwirtschaftlichen Gründen verworfen. Nun wird die aufwendigere, jedoch schonendere Freilegung des Mauerwerks von Hand durchgeführt. 

Für die Fenster konnten wir ebenfalls eine Spezialfirma mit der Durchführung beauftragen. Eine Sanierung in dem genannten Umfang bedarf unter anderem der Zustimmung der Denkmalbehörde sowie des Landeskirchenamtes. Nach Stellung der Antragsverfahren durch die ehemalige Ev. Kirchengemeinde Broich-Saarn haben wir die Genehmigungen nach mehreren Rückfragen und sehr geduldigem Abwarten erhalten. In Kombination mit Facharbeitermangel in den spezialisierten Betrieben sowie weiteren, nicht beeinflussbaren Faktoren, ergab sich auch für uns eine gefühlte Zeit der Untätigkeit in der Sache. 

Vor langer Zeit wurde mir nach einem Gottesdienst aus der Gemeinde heraus die Frage gestellt, ob uns die Dorfkirche nicht am Herzen liegen würde und ob sie es uns nicht wert sei, sich der immer offensichtlicher werdenden Beschädigungen durch Sanierung anzunehmen? Darauf antworte ich damals wie heute erfreut und zuversichtlich: „Die Zeit wird kommen, wo auch die Dinge, welche wir nicht direkt beeinflussen können, soweit gediehen sind, dass wir mit den notwendigen Maßnahmen an und in der Dorfkirche beginnen können“. Nun ist die Zeit gekommen. Denn gemeinsam im Spiel mit der 2008 in Dienst gestellten neuen Orgel wird es auch nach der Renovierung wieder heißen: „Allein zu Gottes Ehre und Ihnen zur Freude.“  Manfred Happe

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