Glaube gibt Kraft – Gemeinde schenkt Hoffnung

Glaube gibt Kraft – Gemeinde schenkt Hoffnung

Glaube gibt Kraft – Gemeinde schenkt Hoffnung

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Glaube gibt Kraft – Gemeinde schenkt Hoffnung

Leonie Steckenstein ist Presbyterin in Broich-Saarn und nimmt an der Freitags-Soirée vom Netzwerk 27+ teil. Für sie ist die Brückengemeinde mehr als eine Strukturreform: eine Chance, Glauben neu erfahrbar zu machen, Menschen wieder zu begeistern und ihnen zu zeigen, dass Kirche etwas Schönes ist.

Was hast du gedacht, als du von der Fusion gehört hast? 

Das ist schon ein paar Jahre her, ich glaube, als die ersten Fusionsgespräche begannen. Überrascht war ich ehrlich gesagt nicht – man hört ja überall, dass Gemeinden zusammengelegt werden müssen, weil Mittel knapper werden. Ich fand den Gedanken sinnvoll: Wenn man Kräfte bündelt, kann man auch wieder mehr anbieten. Persönlich hatte ich damals aber noch keine direkte Verbindung zur VEK – das war zunächst einfach „die andere Seite“.

Und wie hat sich das verändert?

Mit der Zeit bin ich neugierig geworden. Ich habe angefangen, mal in die andere Kirche zu gehen, bei Veranstaltungen vorbeizuschauen, Menschen kennenzulernen. So wurde aus „den anderen“ plötzlich „Bekannte“. Besonders prägend war ein gemeinsames Treffen der Presbyterien – da bekam das Ganze für mich ein Gesicht. Das war der Moment, in dem ich dachte: Jetzt entsteht wirklich etwas Neues. Und ich freue mich darauf! 

Worauf freust du dich bei der Brückengemeinde?

Auf so einiges! Zum Beispiel bringt die VEK mit ihrer Singschule einen starken musikalischen Schwerpunkt mit, was ich als großen Gewinn empfinde. Aber jede Gemeinde hat ihre besonderen Stärken, die nicht verloren gehen sollten. Wenn wir diese Schwerpunkte zusammenbringen, entsteht ein größeres, vielfältigeres Angebot, von dem alle profitieren.

Und ich finde, eine Fusion ist ein bisschen wie ein neues Jahr: Man hält inne, schaut, was gut läuft, was man verbessern kann und was einen eigentlich ausmacht. Wenn wir das als Brückengemeinde tun, kann dadurch wieder sichtbar werden, wie viel Positives im Glauben steckt – dass Kirche ein Ort ist, der Hoffnung schenkt, statt ständig über Mangel zu sprechen. Ich wünsche mir, dass wir zeigen: Kirche bewegt, stärkt, verbindet. 

Welche Rolle spielt ehrenamtliches Engagement dabei?

Ich glaube, eine sehr große. Bei mir war das ehrlich gesagt eher Zufall, dass ich im Presbyterium gelandet bin. (lacht) Vor unserer Hochzeit hatte ich ein Traugespräch mit Pfarrer Hillebrand, der meinte: „Stell dich doch einfach mal auf, wir brauchen noch jemanden.“ Ich war zu der Zeit gar nicht besonders aktiv in der Kirche, aber dieser Impuls hat mich zurückgeholt. Mit den Jahren – und besonders, seit ich Mutter bin – hat sich mein Blick verändert. Ich möchte, dass meine Kinder erleben, was Glaube bedeutet und dass Kirche mehr ist als ein Gebäude oder ein Pflichttermin an Weihnachten. Es geht um Gemeinschaft, Werte und Halt. 

Das ist nicht selbstverständlich in deiner Generation? 

Ich weiß, dass viele in meiner Generation wenig Zeit haben und oft denken: Das passt gerade nicht in mein Leben. Beruf, Familie, Alltag – alles fordert viel. Aber gerade deshalb lohnt es sich, sich einzubringen. Für mich ist das Presbyterium kein zusätzlicher Stress, sondern ein Ausgleich. Ich treffe Menschen auf einer ganz anderen Ebene, kann mitgestalten und spüre: Mein Engagement hat Sinn. Wenn ich sehe, wie viel Gutes aus kleinen Ideen entsteht, oder wenn ich erlebe, dass Glaube Menschen in schweren Zeiten trägt, dann weiß ich, warum ich das tue. Kirche lebt nur, wenn wir uns beteiligen – und es fühlt sich gut an, Teil davon zu sein.

Wenn du einen Wunsch an Gott für die neue Gemeinde hättest – welcher wäre das?

Ich würde mir wünschen, dass Glaube und Zuversicht wieder als etwas Schönes und Kraftvolles wahrgenommen werden. Dass unsere Gemeinde ein Ort ist und bleibt, an dem man Ruhe findet, Vertrauen lernt und neue Kraft schöpft. In einer Welt, die sich ständig verändert, darf Kirche Beständigkeit ausstrahlen – nicht rückwärtsgewandt, sondern als fester Anker mitten im Leben.                

Das Interview führte Stefanie Frohwein

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